Lustige Anekdoten aus der Jugendarbeit (aus einer Gruppenstunde der Schreberjugend Lüneburg)

Wie schon erwähnt haben die Kinder in ihrem Beet Kartoffeln gepflanzt. Sie gaben sich damit sehr viel Mühe. Sie krochen auf allen vieren, um die Kartoffeln einzubuddeln, wie sie das nannten. Als die Pflänzchen aus der Erde hervorschauten, wurden sie vorsichtig angehäufelt, gegossen und so weiter Alles in allem eine Menge Arbeit.
Aber nun dauert es auch so seine Zeit bis die Kartoffeln reif zum Ernten sind, und dummerweise lagen auch noch die Sommerferien dazwischen. Da viele Kinder in den Ferien vereisen wollten, baten sie mich die Pflege der Kartoffeln zu übernehmen. Das tat ich dann auch gern. Nun weiß ich natürlich, dass Kartoffeln zum ernten bereit sind, wenn das Kraut verwelkt ist, nur ob die Kinder das auch wussten?
Die Ferien waren vorbei und wir trafen uns wieder zu unserer Gruppenstunde, als ich mich vielen langen Gesichertern gegenüber sah. Ich versicherte den kleinen Gärtnern, dass ich ihre Beete wirklich alle gepflegt hatte, aber angesichts des verwelkten Kartoffelkrautes bekam ich kein Lob. Ich versuchte sie zu trösten aber es half nichts.
Schließlich machte ich ihnen den Vorschlag das verwelkte Kraut rauszuziehen und auf den Kompost zu werfen, innerlich musste ich schon lachen und freute mich auf die Gesichter der Kinder wenn sie das Kraut herausziehen würden. Völlig lustlos fingen dann auch die ersten Kinder an das Kraut zu „ernten“. Plötzlich entdeckte eines der Kinder unten am Kraut eine Kartoffel und war sehr froh darüber. Stolz wurde die Kartoffel von allen beäugt. Schließlich kamen die Kinder auf die Idee in der Erde nachzuschauen, ob dort vielleicht noch mehr Kartoffeln waren.
Nun ging die Buddelei richtig los und aus allen Ecken des Gartens war zu hören:
„Ich hab noch eine, ich auch, ich auch ….!“
So ging das noch eine ganze Weile und der Garten sah aus, als ob wir Wildschweinbesuch gehabt hätten. Schwerbepackt und überglücklich gingen die Kinder an diesem Tag nach Hause. Stolz erzählten sie jedem, dass die Kartoffeln unter der Erde wachsen. Und auch ich ging sehr stolz nach Hause.
Angela Calovius


Eine weitere lustige Begebenheit ereignete sich, als wir alle im Garten saßen und bei der Vogelzählung des NABU mitmachen wollten. Wie gesagt, wir saßen mitten in unserem Garten, jedes Kind mit Papier und Bleistift gewappnet. Auf dem Tisch lag ein Poster auf dem die verschiedenen Vögel abgebildet waren.
Nun warteten wir und warteten, aber es war kein Vogel zusehen. Ich versuchte es damit zu erklären, dass das Wetter an diesem Tag nicht besonders schön war. Aber die Kinder hatten eine ganz andere Erklärung.
“ Egon“ war schuld. Egon war die Vogelscheuche, die wir in einer der Gruppenstunden zuvor gebastelt hatten. Und Egon tat seine Arbeit gut .Wir zählten an diesem Tag keinen einzigen Vogel.
Angela Calovius